Es fühlt sich an wie Monate, aber tatsächlich ist gerade einmal eine Woche vergangen. Wie es sich für KOMM.ST gehört, hatten wir am Eröffnungsabend ein Dreckswetter. Macht aber nichts. Die Hütte war trotzdem voll. Und trotz Regen, Brötchen und Uhudla haben die Menschen ihre Schirme aufgespannt und sind durch den Ort und damit auch durch die diesjährige Ausstellung "Die Kunst der Stunde" spaziert. Daniel Schatzmayr hat sein Spiderdress in die Seidl-Auslage gestellt, Martin Schoberer seine Reverse Engineering Arbeiten in die ehemalige Konditorei, Herwig Holzmann seine Sound- und Wald-Installation in den frisch renovierten Stainpeißhauskeller, Roswitha Weingrill und Katharina Andres teilten sich das ehemalige Elektrojet-Geschäft, und Sarah Strauss hat die Zetzbachbrücke und die Telefonzelle (ja, die gibt es wirklich noch) mit Lamellen- und Wasservorhang aus dem Kontext gehebelt. 



Das Wetter wurde gleicher, die Artists in Residence begannen mit ihrer Arbeit. Mehr darüber dann morgen. Am Donnerstag gab es bei der Teller Witzi Mitzi in Koglhof die Premiere von "Die St. Andreas Verwerfung", dem heurigen KOMM.ST-Theaterstück. Die Schauspieler flogen durch den Raum, die Teller hielten. Genau so am darauffolgenden Tag im Gasthaus Feldseppl in Puch. 


Heute um 19 Uhr schauen wir uns an, was die Artists in Residence die letzten zehn Tage lang in ihren Ateliers, untern ihren Umfahrungsbrücken und in den Wohnzimmern der Menschen so gemacht haben.
Die weiteren Veranstaltungen:
Mittwoch, 22. Mai:
19 Uhr: Ausstellungsführung "Die Kunst der Stunde"
20 Uhr: KOMM.ST Überraschungskonzert im Festivalzentrum Feichtinger: Der Blonde Engel!
Donnerstag, 23. Mai, 20 Uhr: Theater "Die St. Andreas Verwerfung" (Gasthaus Stixpeter)
Freitag, 24. Mai, 20 Uhr: Konzert/Lesung "Adel? Was soll denn das bitte sein?" (Pfarrkirche Anger)
Samstag, 25. Mai, 20 Uhr: Theater "Die St. Andreas Verwerfung" (Festivalzentrum Feichtinger)
KOMM.ST geht in dritte Runde, und viele sind auch gekommen. Künstlerinnen und Künstler aus der Region und aus Regionen, die mit dem Bummelzug wirklich gar nicht zu erreichen sind. Gekommen sind aber auch die Menschen aus der Region. Zwar mussten nicht immer die Türen ausgehängt werden, damit noch mehr Leute Platz haben, aber vor leerem Publikum hat noch keine KOMM.ST-Veranstaltung stattgefunden.
KOMM.ST 1.2 l "Radio Rabenwald" bei der Teller-Witzi-Mitzi in Koglhof
Foto: Chri Strassegger

Von Beginn an verfolgt die Festivalleitung das einfache Konzept „Neue Kunst – Alte Orte“. Neue Kunst bedeutet, Dinge zu wagen. Kunstschaffende zusammen zu spannen, die noch nie miteinander gearbeitet haben. Themen aufzugreifen, die es normalerweise nicht auf eine Bühne schaffen. Jungen Künstlerinnen und Künstlern die Chance geben, vor einem kritischen Publikum zu bestehen. Das passiert aber nicht in Räumen, in denen sowieso nur Kunst passiert. Die Orte des Festivals sind Orte, die teilweise schon seit Jahrhunderten die Menschen zusammenbringen. Würde man alle Geschichten erzählen wollen, die diese Orte miterlebt haben, dann wäre man beim KOMM.ST 1.1000 noch nicht fertig damit. Es sind Orte, mit denen die Menschen ihre eigene Geschichte verbinden. Orte, die in allen von uns andere Erinnerungen hervorrufen.
Doch diese Orte sind keine anonymen Fertigteilhäuser. Sie haben eine Seele. Sie sind stark und nicht zurückhaltend. Deshalb hat sich beim KOMM.ST-Festival mittlerweile eine kleine Tradition eingeschlichen, die so gar nicht geplant war. Das Festival hat sich zu einem Uraufführungs-Festival entwickelt. Theaterstücke, Konzerte, Musik/Text-Projekte und Installationen verwenden diese Orte nicht als Haltestelle auf einer Busreise durch die Kunstwelt. Am Anfang fast aller Projekte steht der Ort und schafft Inspiration. Ein Großteil der in den letzten beiden Jahren aufgeführten Werke und gezeigten Arbeiten sind für das Festival selbst entstanden. Kunst und Ort sind somit fest miteinander verbunden. Neu und Alt wird zum Jetzt. Und wer das versäumt, kommt einfach nächstes Mal vorbei.
Das KOMM.ST-Team
TEN DAYS - ARTISTS IN RESIDENCE